Dienstag, 1. November 2011

Eulen nach Athen tragen

So schnell bekommt ein alter Spruch ganz schnell wieder eine aktuelle Bedeutung.

Seit Wochen und Monaten diskutiert man sich in der EU die Köpfe heiß, ob und wie man Griechenland aus der Patsche helfen kann. Und jetzt, wo so ziemlich alles in trockenen Tücher ist, die Milliarden-Rettungsschirme aufgespannt werden können, da fällt dem griechischen Präsi Papandreou ein, er müsse doch erst noch sein Volk fragen ob es die Kohle überhaupt will.
Ist ihm ja fast noch einigermaßen rechtzeitig eingefallen.
Aber ich glaube das Ding geht nach hinten los, in etwa so, als würde man bei uns das Volk darüber abstimmen lassen ob die privaten TV-Sender ihr Nachmittagsprogramm einstellen sollen, damit mehr Zeit für Bildung bleibt.
(Ja, ich finde man muss auch mal ganz intolerant Klischees bedienen dürfen.)

Da geht seit Monaten den Finanzbossen der Arsch auf Grundeis. Eine heraufbeschworene Weltwirtschaftskrise nach der anderen wird von den Börsengurus fein säuberlich, eine nach der anderen, wieder unter den Teppich gekehrt. Und dann das...
Jetzt darf der gemeine Grieche darüber abstimmen wie es weitergehen soll.
Und was ist wenn die nicht wollen?
Ist ja nicht so dass Griechenland damit automatisch zur Enklave wird.
Oder können die dann einfach mal so aus dem ganzen Eurogedöns wieder aussteigen?
Aber vielleicht sollte man nicht einfach nur Ja – Nein als mögliche Antwort vorgeben.
Eine mögliche dritte Variante wäre ja noch:
Ja, ich will die Milliarden, aber nur wenn sich dadurch für mich nichts ändert.

Und was sind schon so ein paar Milliarden.
Hat sich doch gerade erst letzte Woche herausgestellt das auch so eine Staatsbank sich mal eben um 55,5 Milliarden bei der Bilanz vertun kann.
Ich habe mich echt gefragt wie die ihre Bilanzen machen. Mit dem Taschenrechner?
Ooops... vertippt, sind mir doch glatt ein paar Milliarden durch die Lappen gegangen. Oder haben die einfach nur ein Komma vergessen. Kann ja schon mal vorkommen bei einer Zahl mit so vielen Nullen.

Apropopo Lappen....
Ich finde es ist gerade gefährlich still um die FDP.
Was machen die? Lecken die sich noch die Wunden von der letzten Wahlschlappe?
Hat die Supernanny den armen Guido auf die stille Treppe gesetzt damit er mal eine Weile einfach nur die F.. ämmm Klappe hält?
Komm schon Westerwelle, das ist jetzt die Gelegenheit.
Die Milliarden wollen verteilt werden. Das schreit doch schon fast nach Steuersenkung. Aber wenn dann für alle.

Und Misses Pastellblazer haut auch wieder einen nach dem anderen raus.
(Hmmm... mir fällt gerade auf dass sie in letzter Zeit öfter in rotem Blazer auftritt. Was will sie damit signalisieren? )
Die nächste Wahl kommt bestimmt.
Jetzt will sie großspurig Mindestlöhne festlegen.
Fragt sich nur in welcher Höhe? Zwofuffzich die Stunde?
Festgelegt ist festgelegt, immerhin.

Man muss auch mal mit wenig zufrieden sein können, oder?

Und wer sie zur Belohnung mal „gruscheln“ möchte kann das hier tun:

Und weils so schön war (was ist eigentlich das Gegenteil von Desillusionierung?)
war ich dann auch mal beim Seehofer.
Er antwortet in einem (Fake) Interview auf die Frage:

Welche Charakter-Eigenschaften schätzen Sie bei Ihren Mitmenschen?
Humor, Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit

Tja, in der Reihenfolge? Das sagt doch schon eine ganze Menge...

Weia... hoffentlich hab ich mir jetzt nix eingefangen, nen Trojaner oder so.
Aber wer will denn der Bundesregierung verwehren dass sie dem occupy-Trend nicht zwangsläufig negativ gegenüber steht. Occupy Privat PCs.


Ich sollte einfach wieder aufhören mir die Nachrichten anzutun …
 Ich krieg son Hang zur Theatralik



und noch eins, auch aus dem Abspann, wie passend...






Freitag, 28. Oktober 2011

Randnotizen - fuck off political correctness

Wenn man nachts nicht einschlafen kann und alle Einträge bei Google komplett durchgelesen hat, sämtliche Artikel bei ebay angesehen hat, dann kommt man unweigerlich über die fast verblassten Notizen auf der Schreibunterlage irgendwann auch zu you tube und findet solche Schätze:
Kay Ray
der Typ ist so geil, den will ich ubedingt mal live sehen...


und noch einmal Kay Ray, weil er so obergeil ist:


dann habe ich eigentlich danach gesucht:


und fand das hier, weils eigentlich von ihm ist:


so schön schräg:


gar nicht schräg, aber irgendwie muss man ja vor dem Einschlafen doch wieder runterkommen:
  

wobei mir eingefallen ist dass mir das Hesse-Projekt ja auch noch fehlt:
 

wenn das nicht das richtige zum Einschlafen ist...
( nur vorher noch kurz zu ebay)

Sonntag, 23. Oktober 2011

Dinge die die Welt gebrauchen könnte

.
Ich hätte gerne so ein Mini-USB-Dingsbums, das wireless den Strom aus der Steckdose direkt in den Akku des Notebooks saugt. Alternativ auch noch aus dem Zigarettenanzünder im Auto.
Vielleicht sollte ich mir die Idee allein schonmal als Geschmacks- (oder war es ein Gebrauchs-) muster (?) schützen lassen.
Und wenn das dann jemand irgendwann realisiert kann ich den verklagen und Millionen mit nix machen. Aus Nichts Gold machen.
Wie Mr. Jobs, der mal eben nen Apfel vergoldet (eigentlich ja versilbert) hat. Ok, seine Ideen waren so schlecht nicht, gebe ich ja zu. Aber ein ganz kleines bisschen größenwahnsinnig war er trotzdem doch auch.
Wer bereit ist (war) 40 Milliarden in einem thermonuklearen Krieg gegen die Konkurrenz auszugeben, nur um sie in die Knie zu zwingen, der hat schon einen leichten Sprung in der Schüssel.
Naja, vielleicht wars ja auch nur ein bisschen männliches Federplustern und es war nix weiter dahinter. Immerhin ist es so weit ja doch nicht gekommen und es gibt nach wie vor Apfelkonkurrenten.
Aber vielleicht wird man ab ner gewissen Milliarde ganz automatisch größenwahnsinnig und meint man müsse die Welt zwangsläufig mit seinem Kram verseuchen. So wie das asoziale Machwerk von Gesichtsbuch. Keine HP, nicht mal mehr eine einzige Seite im Netz wo einem der Sch... von FB und Twitter nicht über den Weg läuft.
Gibt’s nicht irgendwo ne App mit der man das blocken kann?

Ist ja auch immer wieder amüsant wie manche nach Datenschutz schreien und dann im Stundentakt twittern oder ihr gesamtes Privatleben, inkl. Fotos, bei Facebook veröffentlichen.
Jaaaa, schon gut... und ich blogge...
Mich nervts schon das YT meine Mailaddi kennt.
Und nein, ich will auch nicht das Adobe weiß was ich mit pdf`s anstelle.
Da fällt mir grad was ein:

(fuckin gema.... aber passt ja irgendwie, dann eben „nur“ ein Cover)



Ich brauche ja auch eigentlich gar keine Milliarden. Aber gelegentlich würde ich dann auch ganz gerne mal einen Antrag an die Euro-Komisssion stellen, ob die nicht so einen Euro-Rettungsschirm auch mal bei mir aufspannen könnten?
Nur einen ganz kleinen... eine Mille?.... ne halbe?.. ok ne Viertelmillion und ich schwöre, die nächsten Jahre hört ihr nix mehr von mir.
Nichts so wie Griechenland. Alle paar Tage hört man dass die noch mehr Kohle brauchen und für den Rest fahren sie die Karre grad noch selbst so richtig an die Wand. Na, denn man to...
Passt schon mit der Ouzo Werbung:
Für meine richtigen Freunde... ja nee, is klar...

Wie bin ich denn jetzt auf Griechenland gekommen? Herrje...

Das Wetter ist viel zu schön um sich aufzuregen...



Donnerstag, 13. Oktober 2011

Dinge die die Welt nicht braucht...

Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu den klitzekleinen Schildern die vorzugsweise in T-Shirts versteckt eingenäht sind, mit dem Hinweis: Nach dem Waschen in Form ziehen.
Das sind die Teile die man einfach auf der Stange hängen lassen sollte weil sie ihre Form genau so lange behalten, bis man sie das erste Mal gewaschen hat. Danach kann man dann ziehen und recken so oft und so lange man will, die ursprüngliche Form bekommt man nie wieder hin. Es bleibt einfach schräg und schief und verdreht. Ganz egal ob man für das Teil 20 oder 120 Euronen hingeblättert hat.
Das ist einfach Betrug, weil man für einen geraden Schnitt bezahlt und etwas schiefes dafür bekommt. Entweder sind es die Ärmel, die Seitennähte oder der Ausschnitt, die nie wieder dort sitzen wo sie hingehören.
Ehrlicherweise müsste man diese Nach-dem-Waschen-in-Form-ziehen- Etiketten austauschen gegen: Nach-dem-ersten-Waschen-auf-Dauer-schief-Etiketten.

Noch etwas das die Welt nicht brauch:
Restzöpfe bei Männern. Das sind diese spikeligen 5 Haare die, versteckt in einer Normalfrisur, am Nacken zeigen wie lang die Haarpracht ursprünglich mal gewesen ist.
Aber was soll das?
Wollen sie damit zeigen was für geile Macker sie mal gewesen sind?
Nur, dieses kümmerliche Zöpfchen ist einfach nur albern und sieht kaum noch bei Erstklässlern witzig oder originell aus. Das ist ein bisschen so als würde man noch immer einen Fuchsschwanz an der Familienkutsche durch die Gegend fahren, nur um zu zeigen dass man vor 20 Jahren mal Manta gefahren ist...

Matsch ist auch so etwas was die Welt nicht braucht. Vor allem nicht nicht 1o cm hoch auf der Straße, hinter einer Kurve und natürlich ohne ein Warnschild VOR der Kurve. Wirklich, direkt an der Koppelausfahrt hinter der Kurve nützt das gar nichts.Und erst recht nicht, wenn auf dem Riesentrecker son 16 jähriger Bosse sitzt, der vor lauter Handy-am-Ohr keine Zeit hat auf den Verkehr zu achten. Wenigstens kenne ich jetzt das Bremsverhalten meines Autos in so einer Situation, da bremst nämlich gar nichts mehr, das schliddert einfach nur.

Und wo ich gerade bei der Landwirtschaft bin: Der totale Schwachsinn ist in meinen Augen auch der Hinweis auf der Milch (gibt es glaube ich auch schon bei Eiern) einen Groschen, ach nee, 10 Cent, für den Erzeuger.
Was ist das? Betteln auf hohem Niveau? Fair Trade für einheimische Produkte?
Zahlt doch einfach faire Preise und verkauft die Milch ein paar Cent teurer. Gekauft wird sie doch sowieso und eine Verbraucherrevolution löst man damit auch nicht aus.
Geht ja auch keiner auf die Barrikaden wenn die Spritpreise im Stundentakt um 10 Cent schwanken, meistens nach oben.
Wir Deutschen tun uns damit ja eh ziemlich schwer und staunen schon wenn ein paar Schwaben sich mit Pappschildern bewaffnet auf die Straße stellen. Da sind wir echt nicht so anspruchsvoll und wenn das schlechte Gewissen gar zu arg drückt können wir ja immer noch die Grünen wählen.
Womit ich wieder beim Thema bin...
Jetzt könnte ich mich aufregen, will ich aber nicht...

Ja, ich weiß... erst ablästern und dann selbst nichtmal aufregen wollen weil die Sonne scheint.
Macht nichts, ich darf das!

Aber mir ist gerade etwas eingefallen was die Welt (also ich auf jeden Fall) brauchen könnte:
Ein Feature zum googeln: Man gibt statt eines Suchbegriffs eine Frage ein und Google spuckt gleich die Antwort aus, anstatt 3 Millionen Links.
Ich hoffe niemand behauptet jetzt dass es das schon gibt und ich wäre nur zu blöd das zu nutzen...




Donnerstag, 29. September 2011

SMS-Dramen-Schuhkaufrausch

Letzt war es mal wieder soweit; 
Jessy hat sich endlich wieder gemeldet.
Wir hatten ja vor einiger Zeit schon SMS Kontakt, behauptet sie zumindest.
Naja, wenn sie das Kontakt nennt dann kann sie einem echt schon fast wieder leid tun.
Sie hat MICH angesimst, einige Male, meistens nachts und wollte unbedingt ein heißes Sextreffen mit mir.
Ich hätte ihr ja erklären können dass ich nicht auf Frauen stehe und das mit dem Treffen deshalb wohl eher nichts werden wird.
Aber ich hatte die leichte Befürchtung dass ein oder zwei SMS mit ihr mein Handy-Budget für die nächsten Monate sprengen würde. Also habe ich natürlich nicht geantwortet.
Sie hat ja auch irgendwann aufgegeben und mir ihre Schwestern, Cousinen, whatever auf den Hals gejagt.
Aber ich bin echt standhaft geblieben, keine Antwort und auch keine Sextreffen...

Eine Frage hat sich mir allerdings schon gestellt:
Wieviele Ehe- und Beziehungsdramen lösen solche SMS wohl aus?
Die meisten Rückrufe und Antworten dürften wohl von erbosten Frauen kommen, die (natürlich gaaanz zufällig) die SMS auf dem Handy des Liebsten lesen.
Und jetzt hängt der Haussegen krass schräg. Misstrauen, Eifersucht, das ganze Drama.
Aber alles ganz umsonst, weil es weder Jessy/Julia etc noch den Kontakt wirklich gibt. Also alle mal wieder ausatmen und entspannen. Und beim nächsten Mal nochmal drüber nachdenken ob man heimlich die SMS des Liebsten liest oder besser nicht...
Das war jetzt der Part mit der Lebensberatung für heute
(ich sollte dafür Geld kassieren.. Ich muss nur noch nach nem Gadget für einen Spendenbutton suchen )

Ich weiß jetzt nicht ob man das nächste Thema auch unter Lebenshilfe verbuchen kann?
Es geht um Schuhe.. Schuhkauf... Frauenschuhkauf.
Neulich im Schuhgeschäft, mitten in der großen Stadt. Riesenauswahl an Schuhen, Stiefeln, Pumps, Heels etc...
Und?
Nichts, null, nothing, nada... nicht ein einziges Mal die totale Erregung, dieses unbedingte Habenwollen.
Schuhkauf hat für mich etwas mit Gier zu tun, die totale Gier.
Sehen und unbedingtes unüberwindliches Habenwollen, dann verlasse ich ein Schuhgeschäft, wahlweise auch einen Online-Shop, nicht ohne das auserwählte Paar.
Allerdings gibt es wohl einen Unterschied zwischen virtuellem und realem Schuhkauf.
Im RL steht man im Laden und hat unter Umständen gerade die neuesten Lieblingsstiefel an den Füßen. Da fällt´s der Konkurrenz schon schwer sich dagegen durchzusetzen.
Zuhause auf dem Sofa, ohne Schuhe, da überkommt mich die Gier viel häufiger und das Habenwollen endet dann wie im Rausch.
Da kann´s dann schon mal passieren das der Paketbote in einer Woche drei oder viermal an der Tür klingelt und nichts als Schuhkartons in der Hand hält.
Das kann man dann auch nicht als „Büchersendung“ erklären, passt ja rein vom Gewicht schon mal nicht.
Die Ausbeute im September belief sich dann auf:
2 Paar Stiefel, 1 Paar Stiefeletten, 1 Paar Pumps, 1 Paar Treckingstiefel und 2 Paar Turnschuhe.

Was das jetzt mit Lebensberatung zu tun hat?

Im Grunde nichts, ich wollte mir nur mal bewusst machen, dass es keinen Grund gibt im Oktober noch mehr Schuhe zu kaufen.
Irgendwann reicht es vielleicht auch mal? Ich sollte sie mal zählen ...

Donnerstag, 28. April 2011

Gestern auf dem Deich....

Auf dem Rückweg vom weltgrößten Hundespielplatz (es war mal wieder Ebbe) kommt mir, mit meinen drecktriefenden Hunden, auf der Deichkrone ein Touriepaar entgegen.
Man erkennt sie bei uns immer daran dass sie, egal wie schön das Wetter ist, immer so eine zusammenknüddelbare Regenjacke umgeschnallt haben.

Sie: „Ich finde es ja toll dass der Strand hier mit Rasen ist, da kriegt man wenigstens keinen Sand in die Schuhe.“
Im ersten Moment war ich versucht mit dem Kopf auf einen Zaunpfahl zu schlagen.
Aber ein Blick auf die Schuhe hat´s verhindert. Die Absätze waren nämlich wunderbar zum Schafköddel aufspießen geeignet.

Beim allerbesten Willen, aber Sand zum Küstenschutz???
Dann wäre der Deich kein Deich, sondern eine Düne, eine Wanderdüne. Und die Küstenbewohner wären ständig damit beschäftigt den Sand per Eimer oder Schubkarre aus der Stadt wieder ans Wasser zu bringen.
Oder so wie die Sylter. Die warten einfach bis der Sand auf der anderen Seite wieder weiterfliegt und lassen dafür Jahr für Jahr zig-Millionen Kubikmeter Sand wieder an der Küste vorspülen, weil sie einfach behaupten das Meer und der Sturm würden den Sand im Winter wegspülen.
Nur weil sie einfach nicht wahrhaben wollen, dass die ganze Insel eine Wandersandbank ist, die eigentlich niemals hätte besiedelt werden dürfen.Und jetzt hält sie sich nur einigermaßen, weil die Sylter einen tollen Trick gefunden haben.
Anstatt die Insel mit Milliarden von Schafen zu besiedeln, lassen sie jedes Jahr Millionen von Touris auf die Insel. Zum Land festtreten eigenen die sich genauso wie Schafe.
Aber am Wattenmeer gibt es keinen Sand, gab es auch nie. Da war mal Watt da, ganz früher, vor der Landgewinnung.
Heimatkunde, 3. Klasse Grundschule...

Aber wenigstens haben es die Lämmer schon drauf die Touries zu ärgern.
So ein Schaf ist ja ein ganz seltenes Tier und muss unbedingt als Groß- und Nahaufnahme mit ins heimische Fotoalbum. Und im Frühjahr muss es absolut ein niedliches Lamm sein.
Dann schleichen sie sich an das nächststehende Lamm als wären sie auf Großwildsafari. In gebückter Haltung, die Kamera vor der Nase, rutschen fast noch im Schafsdreck aus. Und just wenn sie fast Nase an Nase mit dem Lamm stehen und den Finger auf den Auslöser legen.... schwupp... Schaf wech...
So sieht man sie dann manchmal stundenlang deichauf, deichab kriechen. Wahrscheinlich kehren sie so auch spätabends wieder ins Hotel zurück, ohne niedliches Lammfoto!
Und zum Abendessen gibt’s dann lecker Lammkotelett. Gut dass das auf dem Teller kein Fell mehr hat.

Und in ein paar Wochen kommt der nächste Schwung.
Fünf Stunden im Bus für die Hinfahrt, drei Stunden quer durchs Land, mit dem Bus die Straßen verstopfen. Rapsblüte ist angesagt.
Ich frage mich ja schon ewig, was an einer widerlich stinkenden Nutzpflanze so toll ist, nur weil sie gelb blüht?
In der Pause gibt’s dann auf einem abgelegenen Biobauernhof TK-Bienenstich von Aldi und dazu labrigen Kaffee aus dem Plastikbecher. Und weil der Tag so schön war kauft man im Bio-Shop auch gleich noch 250 ml Rapsöl zum Touristenpreis von 27,50 Euronen.
Dann nochmal straßenverstopfend drei Stunden quer durchs Land. Und für die restliche Fahrt braucht der Busfahrer dann nur vier Stunden, weil die ganze Bagage von all den Kurzen inzwischen dermaßen besoffen ist dass er Angst um seine Sitzpolster hat und sie nur noch loswerden will.
Aber zuhause kann man dann sagen, man hat mal wieder was erlebt.
Wieso kann man das eigentlich nicht aufteilen? Seit drei Tagen blüht der Löwenzahn.
Warum denn nicht mal eine Tour zur Löwenzahnblüte? Der stinkt wenigstens nicht.

Ob ich etwas gegen Touristen habe?
Nee, solange sie mir aus der Sonne gehen und mir nicht im Weg sind nicht.


Mein Telefon ist übrigens noch immer tot.
Dafür war dann aber die Rechnung viel zu hoch, weil man es im Computerzeitalter nicht gerafft kriegt das innerhalb von zwei Wochen rechtzeitig umzustellen.
Egal, zahlt Django eben die nächsten zwei Monate nix.
Ich frag mich ja, ob es in diesem Jahr nochmal gelingt ganz normale monatliche Kontobewegungen zu haben. Irgendeiner bucht immer zuviel, zuwenig, doppelt oder gar nicht ab.

Irgendwie scheint mein Leben seit einem halben Jahr stark von Murphys Stern beeeinflusst zu sein...



Samstag, 23. April 2011

Telekom-Entstörung- never ending Story...

Es war einmal...

So fangen normalerweise Märchen an...
Also:
Es war einmal ein aufstrebender xxxwirt, der hatte kurz zuvor sein BWL/VWL oder sonstwas Studium abgeschlossen und musste sich jetzt in dem großen Telekommunikationskonzern beweisen. Das gelang am besten wenn man Ideen präsentierte die die Kosten senken konnten.
Nächtelang wälzte er sich schlaflos im Bett bis ihm endlich das Zauberwort einfiel.
Outsourcing!!!
Sofort stand er wieder auf und tippte seine Idee sorgfältig ausformuliert in den Computer. Von der Idee über die Möglichkeiten der Realisierung und bis zur abschließenden Kostenanalyse ließ er nichts aus. Anschließend druckte er seinen Vorschlag ein paar dutzendmal aus und schob die sortierten Papiere sorgfältig geheftet in seinen Aktenkoffer. Am nächsten Tag war eine größere Versammlung anberaumt. Dort würde er Gelegenheit haben seine Vorstellungen zu präsentieren.

Eines der Vorstandmitglieder eröffnete mit einem Räuspern die Sitzung. Dann folgte eine längere Einleitung in der von Konkurrenzdruck, Preisstabilität, der Erschließung neuer Technologien und sinkenden Kundenzahlen die Rede war.
Und endete mit der landestypischen Phrase vom Gürtel enger schnallen.
Gemeint waren damit wohlweislich nicht die Gürtel der Vorstandsmitglieder, sondern die der Mitarbeiter und wenn möglich auch der Kunden.
Die Vorschläge von Massenentlassungen und Gehaltskürzungen wurden nicht gerade mit phrenetischem Jubel begrüßt. Man wusste ja nicht wann man davon selbst betroffen war, wenn man nicht gerade ganz oben in der Chefetage saß, denn nur dort gab es so etwas wie ein sicheres Gehalt und annähernde Unkündbarkeit, ganz egal welchen Mist man verzapfte. Und wenn man sich doch einmal an den goldenen Konzernlöffeln vergriff, dann war man zumindest sicher mit einer Abfindung im sieben- bis achtstelligen Bereich nicht gleich komplett in einem bodenlosen Loch nahe der Armutsgrenze zu landen. Dann hatte man noch immer zwei bis drei Monate Zeit um sich in einem anderen Unternehmen zu ähnlichen Bedingungen wieder einzufinden.
Der junge, bis vor kurzem noch-Student erhob zaghaft das Wort und warf sein Zauberwort -outsourcing- in den Raum. Andächtiges Schweigen das in ein leises Raunen überging. Man bat ihn nach vorne auf das Podest damit er seine Ideen näher erläutern konnte.
Im Verlauf der folgenden Diskussion ergaben sich immer neue Ansätze.
Man würde die billigsten Anbieter beim Outsourcing wählen, könne damit das lästige Arbeitsrecht fast komplett umgehen und würde keine untätig herumsitzenden Mitarbeiter mehr bezahlen müssen.
Und das Beste daran war, dass Verwaltung und Vorstand davon nicht betroffen sein würden, oder zumindest nur in ganz geringem Maße, so dass zumindest keiner der Anwesenden betroffen war.
In erster Linie war davon der Service betroffen und der Kunde würde davon so gut wie nichts mitbekommen, weil der Service ja weiterhin gewährleistet blieb.

Nach ein paar Monaten waren alle Ideen ausgereift und in die Tat umgesetzt.
Der bisvorkurzemnoch-Student erhielt eine Sondergratifikation in Höhe von 5000 Euro, die ihm gerade recht kam, da er dringend ein neues Auto brauchte.

Die Vorstellung war eigentlich ganz simpel.
Man beauftragte Fremdfirmen mit dem Service, vom Telefon bis zur Technik waren die meisten Arbeitskräfte jetzt bei Fremdfirmen angestellt. Die Mitarbeiter hatten vorsichtig protestiert. Aber die Wahl zwischen Gehaltseinbußen und Arbeitslosigkeit ließ die Proteste schnell wieder im Sand versickern.
Und den Kunden war es egal wer sich um ihre Belange kümmerte, solange alles schnell erledigt wurde.

Am Anfang lief ja auch alles ganz gut, bis die Outsourcing-Unternehmen bemerkten dass sie so viel zu wenig verdienten. Also stellten sie billigere Arbeitskräfte zu noch schlechteren Bedingungen ein. Kündigungen waren ja in dieser Branche noch nie ein Problem, zumal es sowieso nie festangestellte Mitarbeiter gab.
Man munkelte sogar etwas von 1-Euro-Kräften, aber das ist vielleicht auch nur ein Gerücht.

Die Kunden bekamen davon nur wenig mit, allerdings war der Service inzwischen etwas anders wie gewohnt.
Hatte man vor kurzem noch eine Störung gemeldet, dann wurde die umgehend beseitigt. In der Regel vergingen selten zwei Tage bis alle funktionierte und es waren selten mehr als drei verschiedene Personen involviert.

Jetzt läuft es inzwischen folgendermaßen ab:
Kunde meldet eine Störung,
Mitarbeiter am Servicetelefon nimmt die Meldung entgegen, überprüft den Anschluss, bestätigt dem Kunden dass eine Störung vorhanden ist und gibt die Meldung an die Technik weiter. Dort wird überprüft ob es sich tatsächlich um eine Störung handelt und inwieweit die Technik zuständig ist.
Der Fehler liegt scheinbar in der Technik.
Die Meldung wird an die Auftragsvergabe weitergegeben, geht von dort an das Outsourcingunternehmen, das zuerst einmal einen Mitarbeiter einstellen muss der wenigstens halbwegs so aussieht, als wäre er in der Lage einen technischen Fehler zu beheben. Mindestvoraussetzung: einen Zettel richtig herum halten zu können!
Wer in der Lage ist ein Kabel zu verdrahten wankt ganz knapp an der Grenze zur Überqualifizierung entlang!!! (Und wird deshalb sofort eine Gehaltsstufe herabgesetzt.)
Nach drei Tagen ist ein ausreichend qualifizierter Mitarbeiter gefunden und nach einem Umweg von 78 Kilometern erreicht er endlich den kleinen grauen Kasten in dem die Anschlüsse der betreffenden Region verdrahtet sind.
Mittagspause! Anschließend vier Stunden Fehlersuche.
Ja, es scheint ein Kabel los zu sein. Mit der Meldung fährt er zurück in die Firma.
Von dort geht die Meldung an den Auftraggeber zurück. Ein Kabel ist lose!
Leider hat der Mitarbeiter nicht erwähnt, dass er während der anstrengenden Fehlersuche einige Male mit dem Kugelschreiber abgerutscht ist und sich dabei noch diverse andere Verbindungen gelöst haben.
Am nächsten Tag erfolgt der Reparaturauftrag der Auftragsfirma:
Loses Kabel wieder funktionstüchtig machen!
Der Mitarbeiter der für die Fehlerbestätigung zuständig ist gibt den Auftrag an seinen Kollegen weiter, der für die Fehlerbehebung zuständig ist.
Der hat inzwischen Aufträge für die nächsten fünf Tage, die sich in letzter Zeit vermehrt häufen. Alles gelockerte Steckverbindungen. Im Grunde wenig Aufwand, aber es ist äußerst wichtig, immer nur den Stecker heraus zu finden, bei dem bereits eine Störung vorliegt. Wegen der Folgeaufträge, sagt der Chef!!!

Gegen 22.35 Uhr trifft der Fehlerbehebungskollege am Telefonkasten ein. Es regnet in Strömen. Scheißjob für 6,50 die Stunde und nicht einen Cent Zulage.
Nach 5 Minuten gibt die Taschenlampe den Geist auf. Im Dunkeln ist der Fehler nicht zu finden. Zurück zur Firma, Meldung an den Auftraggeber:
Fehler nicht gefunden, Spezialist erforderlich.

Seit der Umstellung auf Outsourcing haben besagte Spezialisten aber eine 5-Tage-Woche. Es ist Ostern, also muss auch die Terminabsprache mit dem Kunden noch warten. Es könnte ja sein der Fehler liegt direkt am Anschluss, was sich allerdings in den seltensten Fällen bestätigt.

Drei Tage später Anruf beim Kunden (Terminabsprache für den selben Tag/ zugegeben ein Wunschtraum meinerseits).
Beginn der Fehlersuche am kleinen grauen Kasten. Am Anschluss des Kunden ist die Steckverbindung gelöst. Zeitgleich überprüft der Techniker aus Gewohnheit die anderen Anschlüsse mit und stellt diverse, ebenfalls gelöste Verbindungen fest, die er gleich wieder richtet.
All diese losen Verbindungen der letzten Monate, er denkt immer öfter an Sabotageakte, kommt nur nicht hinter den Sinn dabei.
Kurzer Anruf beim Kunden:
Anschluss funktioniert wieder.
Inzwischen sind sechs Tage vergangen.
Glück für den Kunden dass niemand aufs Geratewohl auf einen Erdschaden getippt hat.

Die Entstörfrist von 24 Stunden ist inzwischen um fünf Tage überschritten!!!
Die Kosten für eine Entstörung haben sich inzwischen mehr als verdoppelt.
Die Service-Techniker sind genervt, die Kunden sowieso.
Fragt sich nur noch, wann das endlich beim Vorstand ankommt.
Und muss der bisvorkurzemnoch-Student, der bis dahin selbst im Vorstand sitzt, dann seine Sondergratifikation zurückzahlen?

Ja, liebe Telekom:
ICH BIN GENERVT!!!
Innerhalb von 3 Monaten die dritte Störung durch die ich tagelang keinen Anschluss habe.
Und dazu noch dieses fuckin-scheiß-langsame-Funk-DSL.
Ich will meinen eigenen Sendemast!!!
Und ein funktionierendes Telefon!!!!!!!!!!!!!!!